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Der Sexismus-Diskurs um Dieter Wedel – Eine quantitative Inhaltsanalyse überregionaler Pressetitel zur Untersuchung journalistischer Haltungen, ergänzt durch den Framing-Ansatz nach Robert Entman

  • Die vorliegende Bachelorthesis liefert einen empirischen Erklärungsbeitrag über den journalistischen Umgang mit Ethik am Beispiel des Dieter Wedel-Diskurses. Kerninhalt des Diskurses stellen die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs bis hin zur Vergewaltigung von deutschen Schauspielerinnen gegenüber dem ehemaligen deutschen Regisseur dar. Das Erkenntnisinteresse dieser Forschung besteht darin, herauszufinden, welche Haltung Journalisten in der öffentlichen Diskursberichterstattung einnehmen. Der Diskurs wurde von Januar bis April 2018 anhand einer quantitativen Inhaltsanalyse von nationalen überregionalen Pressetiteln untersucht. Dabei gestaltete sich das methodische Vorgehen analog dem vorgeschlagenen Ablauf von Werner Früh (2007) und Patrick Rössler (2010). Zudem wurde die Methode durch den Framing-Ansatz nach Robert Entman (1993) ergänzt, um tiefergehende Erkenntnisse zu erlangen und von Journalisten verwendete Frames zu identifizieren. In das Forschungsdesign wurde eine Stichprobe aus meinungsbetonten Darstellungsformen der überregionalen Pressetitel der „Süddeutschen Zeitung“, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, dem „Spiegel“ (Online sowie Magazin) und der Wochenzeitung „Die Zeit“ aufgenommen, um meinungsbildende Medien in Deutschland zu analysieren. Aus der Analyse lässt sich schlussfolgern, dass gesamtheitlich eine negative Grundhaltung der Journalisten gegenüber dem Akteur Dieter Wedel auszumachen ist. Darüber hinaus verwenden Journalisten bewusst Frames, um die öffentliche Meinung hinsichtlich ihrer propagierten Einstellung zu lenken. Auch wenn durch die gewogene Berichterstattung ein Charakter der Vorverurteilung entsteht, arbeiten die Journalisten ethisch korrekt und wahren die Auflagen des „Deutschen Presserates“. Inhaltlich zeigte sich, dass die Journalisten den Diskurs nicht nur in der Verantwortung Dieter Wedels sehen, sondern sie erkennen in der Schauspielbranche eine asymmetrische Machtverteilung, die Machtmissbrauch hierarchisch höherstehender Akteure insbesondere in den 1980er- und 90er-Jahren begünstigte. Basierend auf den Erkenntnissen der Analyse haben TV-Sender in ihrer Zusammenarbeit mit Dieter Wedel in ihrer Sorgfaltspflicht versagt. Der Diskurs wird von den Journalisten auf größere Problemstellungen projiziert und als erster deutscher Fall der #metoo-Debatte eingestuft, in welcher internationale Schauspielerinnen Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegenüber Akteuren der Filmbranche äußern. Zusammenfassend betrachtet, lässt sich diese Forschung aufgrund ihrer Aktualität als erste empirische Studie zum Dieter Wedel-Diskurs einstufen. Sie liefert einen Überblick zu der ethischen Umgangsweise von Journalisten bei einem öffentlichen Sexismus-Diskurs. Daher ist sie nicht nur für Kommunikationswissenschaftler relevant, sondern kann auch Journalisten als Inspiration zur Handhabung von sensiblen Themen dienen.

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Metadaten
Author:Lara Christin Huneke
URN:urn:nbn:de:gbv:916-opus4-9894
Referee:Denise Sommer, Marc-Christian Ollrog
Document Type:Bachelor Thesis
Language:German
Year of Completion:2018
Date of first Publication:2019/02/01
Granting Institution:Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften
Date of final exam:2018/07/30
Release Date:2019/02/01
Tag:Schauspielerinnen
GND Keyword:Journalist; Sexismus; Sexueller Missbrauch; Öffentlichkeit
Pagenumber:142
Faculty:Verkehr-Sport-Tourismus-Medien
Licence (German):License LogoCreative Commons - CC BY-NC-ND - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International